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Chronik

Gründungsversammlung 30. November 1945

Herr Gustav Renner eröffnete am 30. November 1945 um 19.30 Uhr in der Bahnhofswirtschaft in Flintbek die Gründungsversammlung. Nach einleitenden Worten wies Herr Renner auf die Bedeutung des Turnen und Sport für die Jugend hin.

Nachdem die Anwesenheit derjenigen festgestellt war, die dem Verein beitreten wollen, wurde ihnen das Stimmrecht für die Wahl des Vorstands erteilt. Anwesend ware 108 Personen, davon wollten 104 dem Verein beitreten, und somit stimmberechtigt

Die Anwesenden brachten dann dir Vorschläge für die einzelnen Vorstandsmitglieder ein. Wurden zwei Vorschläge für einen Vorstandsposten eingebracht, dann entscheidet die Stimmenmehrheit.

Abgestimmt wurde durch Handerheben.

Es wurden gewählt zum

              I. Vorsitzenden
              II. Vorsitzenden
              Kassenwart
              Schriftwart
              Werbewart
              Kassierer
              Fußballfachwart
              Gerätewart
 

Gustav Renner
Johannes Stoltenberg
Heinz Kriesten
Christian Deinert
Hans Bastian
Franz Otto Schmidt
Max Ströh
Schröder
 

Folgende Beitragsätze wurden seitens des Vorstandes der Versammlung vorgeschlagen, und einstimmig angenommen.

              Erwachsene             1,00 RM monatlich

              Jugendliche              0,50 RM monatlich

              Kinder                     0,30 RM monatlich

              Arbeitslose               0,30 RM monatlich

Kinder, deren Väter bzw. Mütter Mitglied des Vereins sind, sind beitragfrei.

Die Aufnahmegebühr beträgt 1,00 RM, kann aber freiwillig durch die Mitglieder mehr gezahlt werden.

Nachdem noch einige Fragen über Sportplatz, Turnraum und Beschaffung von Turn- und Sportgerät besprochen wurden, wurde die Versammlung um 22.00 Uhr geschlossen.

Flintbek, den 30. November 1945

              Christian Deinert                                           Gustav Renner

              Schriftwart                                                 I Vorsitzender

Einweihung des Sportplatzes

Schulbaracke im Leltenlager. Der Gemeinschaftsraum diente dem TSV von 1947-1955 als Übungsraum.
[Quelle: Flintbeker Chronik]

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Einwehung des Sportplatzes am Eiderkamp
[Quelle: Flintbeker Chronik]

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Entwicklung des Sportvereins

Die Entwicklung unseres Sportvereins lässt sich nicht trennen von der Entwicklung der Gemeinde Flintbek.

1940 ist Flintbek noch ein beschauliches Dorf. In den folgenden 10 Jahren verdreifach sich als Folge des Krieges die Zahl der Einwohner auf 5200. Baracken und Finnenhäuser verändern das alte Ortsbild. Mitten in diese Zeit fällt die Gründung des Flintbeker Turn und Sportverein.

Erichsenbaracke (1945-1946), Schulbaracke im Letten-Lager (1947-1956), Kuhweide Ströh, und Hauskoppeln der Familien Stange und Reese (alle 1946-1947) und Behelfs-Sportplatz an der Bahn (1947-1966) sind bezeichnende Namen für den mühsamen Start des Sportvereins. Wohnungen, Arbeitsplätze und Straßen waren wichtiger als Turnhallen und Sportplätze. So wird in den ersten 10 Jahren des Vereins improvisiert, stellen Vorstandsmitglieder oder Spartenleiter nach kurzer Zeit ihre Posten zur Verfügung, werden Sparten neu gegründet und aus Mangel an Sportmaterial oder nach Wegzug der Mitglieder wieder geschlossen.

Kleine Turnhalle (ab 1956), Sportplatz Eiderkamp (ab 1966) Eiderhalle (ab 1976) sowie Bürger- und Sportzentrum (ab 1980) und Kunstrasenplatz (2010) sind Meilensteine im Wandel Flintbeks vom Dorf zu einer als Wohnort beliebten moderneren Nachbargemeinde Kiels. Diese Bauten sind es auch, die uns jeweils einen starken Mitgliederzuwachs brachten. Mit etwa 1950 Mitgliedern sind wir die größte Selbsthilfeorganisation in unserem Ort.

 
Die ersten 25 Jahre

Im Jahre 1947 beschloss die Hauptversammlung die erste Vereinssatzung und ein Jahr später wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen.

1960 wurde aus dem Flintbeker Turn- und Sportverein der Turn- und Sportverein Flintbek von 1945 e.V..

Der erste Name des Vereins gibt schon einen Hinweis darauf, dass nicht nur Fußballfreunde, sondern auch Anhänger anderer Sportarten bei der Gründung mitwirkten. So wurden z.B. damals gleich: Box-, Schach-, Turn-, Tischtennis-, Handball- und auch eine Leichtathletikabteilung ins Leben gerufen.

Vieles aus der Geschichte unseres Vereins hing nach der Gründung von Zufällen ab. So ist es zum Beispiel ein reiner Zufall, dass die Vereinsfarben des TSV Flintbek „rot-weiß“ sind. Weil eines der Mitglieder – Herr Reimer aus Schönhorst – aus irgendwelchen Beständen einige Sporttrachten beschaffen konnte, die rot-weiß waren, entschied man sich kurzerhand für diese Vereinsfarben.

Vom Zufall hing es auch ab, wo in Flintbek Handball oder Fußball gespielt wurde, und wie eine Mannschaft zu einem Spiel in einen anderen Ort kam. Können sie sich vorstellen, dass ein Fußball- oder Handballspiel auf einer unebenen Koppel stattfindet, und das, wenn kurz vor dem Anpfiff noch Kühe darauf geweidet haben? In Flintbek war das damals beinahe selbstverständlich.

Unseren jeweiligen „Sportplatz“ stellten uns die Landwirte Hans Stange, Ströh und Hans Reese abwechselnd zur Verfügung.

In den Jahren 1945/46 gehörte unser Verein zunächst zum Sportkreis Kiel. Nach Gründung des Sportkreises Plön wurden wir noch im Laufe des Jahres 1946 diesem Kreis zugeordnet. Das bedeutete neue Schwierigkeiten. Fußball-, Handball- und Tischtennismannschaften, die bisher in das verhältnismäßig nahegelegene Kiel fuhren, mussten ihre Gegner plötzlich in Kaköhl, Wankendorf oder Stakendorf suchen. Nur durch die Hilfsbereitschaft der Landwirte Hans Reese und Harz war es möglich, überhaupt in diese Orte zu kommen. Für heutige Verhältnisse darf es schon abenteuerlich genannt werden, wenn unsere Mannschaften damals mit einem Traktor und Leiterwagen auf Reisen gingen.

Erinnern wir uns doch einmal: private Kraftfahrzeuge gab es damals praktisch gar nicht. Treibstoff gab es nicht für jedermann. Unsere Fahrer mussten den für landwirtschaftliche Zwecke zugeteilte Treibstoff zweckentfremdet verbrauchen, wenn sie Mitglieder des TSV beförderten.

Schlecht bestellt war es in dieser Zeit mit den Sportlern, wie Turner, Tischtennisspieler und Boxer die für ihren Sport eine feste Unterkunft brauchten. Für sie stand keine Turnhalle zur Verfügung, und sie mussten elf Jahre in einem Provisorium aushalten. Eine Baracke im ehemaligen Letten-Lager war lange Zeit ihre Unterkunft.

Schwer traf den Verein im Jahre 1948 die Währungsreform. Die Mitgliederzahl schrumpfte von rund 600 Mitte 1948 bis auf nur noch 200 im Jahre 1951.

Günstig auf das Treiben im Verein und den Mitgliederbestand hat sich die Fertigstellung der Turnhalle im Jahre 1956 für den Verein ausgewirkt. Viele alte Mitglieder, die in der Zwischenzeit ausgetreten waren, oder als Gäste bei befreundeten Vereinen Sport getrieben hatten, kehrten zurück und neue Mitglieder meldeten sich an.

Waren jetzt die Hallensport treibenden Abteilungen zufrieden, meldeten sich neue Schwierigkeiten bei den Rasenspielern. Überall im Lande waren neue Sportstätten entstanden. Die Ansprüche an den Sportplatz und die Umkleideräume, sowie die sanitären Anlagen stiegen. Immer häufiger kamen Proteste von Gästen, die auf unserem Platz in Flintbek spielen sollten. Es kam sogar soweit, dass Mannschaften es ablehnten, gegen den TSV Flintbek in Flintbek anzutreten. Das Fehlen einer Wasserleitung am alten Sportplatz und der Zustand der Umkleidebaracke, die durch häufige mutwillige Zerstörungen arg in Mitleidenschaft gezogen war, wirkten sich mehr und mehr zum Nachteil aus.

Es war tatsächlich fünf Minuten vor Zwölf, als die Rettung kam. Im Sommer 1966 stellte die Gemeinde Flintbek in der Ortmitte einen neuen Sportplatz fertig, den der TSV für seine Mitglieder pachten konnte. Für den Bau von Umkleideräumen sorgten wieder Jung und Alt des TSV Flintbek.

 
Der TSV Flintbek heute

Die Gründe für den Eintritt in unseren Verein haben sich in den 68 Jahren seines Bestehens nur wenig gewandelt. Es sind die Freude an der Bewegung und am gemeinsamen Sporttreiben, die Möglichkeit zum Gespräch mit anderen Flintbekern über die unmittelbare Nachbarschaft hinaus und nicht zuletzt auch die Geselligkeit.

Es ist klar, dass in den Gründungsjahren dem spärlichen Raumangebot zur Sportausübung mehr Bedeutung hatte als heute. Ein großer Teil der Vereinsprotokolle jener Zeit ist gefüllt mit Planungsgesprächen für Stiftungs- und Julklappfeste, für Osterbälle, Pfingstbälle und Weihnachtsbälle. Orte dieser Festlichkeiten waren das Eiderschlösschen und Heitmann Gasthof. Selbst nach Vorstandssitzungen wurde damals häufig noch getanzt.

Die heutige Größe des Vereins mit etwa 1950 Mitgliedern macht es unmöglich, dass jeder jeden kennt. Einige Sparten haben mehr Mitglieder als der Gesamtverein in den ersten 10 Jahren seines Bestehens. Über Wohl und Wehe in einer Sparte entscheiden heute Spartenleiter/in und Spartenversammlung. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit endet so verständlicherweise bei den meisten Mitgliedern an der Spartengrenze. Das erklärt sicher auch den nachlassenden Besuch bei Veranstaltungen des Gesamtvereins wie Vollversammlungen oder Stiftungsfeste, während die Feiern nach sportlichen Erfolgen oder Turnieren nach wie vor auch heute noch zu den Höhepunkten im Leben einer Sparte zählen.

So sieht der Vorstand heute seine Aufgaben in der Koordination des Sportbetriebs, in der juristischen Vertretung und der Verwaltung des Mitgliederbestands. Das Beitraginkasso an der Haustür ist dem Bankabruf gewichen, das handgeschriebene Journal musste einem Personal Computer weichen und für die umfangreichen Verwaltungsaufgaben ist nebenberuflich eine Buchhalterin eingestellt worden.

Auch bis heute ist es dem Verein gelungen seine Hauptaufgabe dem Breitensport zu widmen. Nicht die Leistung einiger weniger soll entscheidend sein. Darum wurde auch hier nicht über Spitzenleistungen Einzelner oder die Siege von Mannschaften in der Vergangenheit berichtet.